Die Ballade von den Fünfen

ein uraltes Märchen neu erzählt von Magdalena Maja

Fünfe zogen um die Welt

ein Jeder war ein großer Held

stets gut gelaunt das ist doch klar

zogen sie von hier nach da,

erlebten die Geschichte,

die ich euch jetzt berichte.

 

War einst ein tapferer Soldat

mit Augen wie ein Fuchs und Ohren wie ein Luchs.

Der diente treu dem König

Doch geizig wie der König war

bekommt der Mann kein Honorar

drum zog er schimpfend aus dem Land

dass er sich neue Freunde fand.

 

Er kam zu einem Wald heran,

da sah er einen starken Mann

der 100 Fichten tragen kann.

Er sprach:“ Willst Du mein Diener sein,

so tritt in meine Dienste ein

zum König woll‘n wir ziehen,

wir rächen uns an ihm.“

 

Der Starke ließ die Fichten stehen

mit seinem neuen Freund zu gehn.

Schon bald begegnet Ihnen nun

ein Läufer der im Augenblick

drei Meilen lief und schon zurück,

das fanden beide fein, der Läufer der schlug ein

nun gehen sie zu dritt

der Schnelle in der Mitt.

 

Ein Sturm pfeift ihnen entgegen

der droht sie weg zu fegen  

doch als sie ihn bezwungen

da stehen sieben Windmühlen groß

und dort im weichen Moos

da sitzt ein Mann und das Geblaße,

das kommt aus seiner großen Nase.

 

Die drei schrein in den Sturm hinein

„Bitte lass das Blasen sein„

der Sturm hört auf zu wehen,

die drei können wieder gerade gehen.

Der Bläser sagt ich komm mit,

ich will hier nicht mehr bleiben

die Mühlen anzutreiben.

 

Bald sahen sie von weiter Fern

Einen besonders vornehm Herrn

trug einen übergroßen Hut

(ich gebe zu der stand ihm gut)

“Heda”, was tragt Ihr Euren Hut so keck

auf einem Ohr

was ist der Zweck?

 

„Wenn ich den Hut gerade hätte

dann wäre es hier nicht mehr nett

da würdet Ihr erfrieren“

(wie soll man das kapieren?)

“Mein Hut der deckt die Sonne ab

da wäre für uns das Licht zu knapp“

Da meinten alle komm doch mit

und weiter gingen sie im Schritt.

 

Nun zogen sie zum Königsschloss

Und der Soldat zum König rief

„Nun Zahl er mir mein Honorar

für das ich kämpfte Jahr um Jahr“

der König und sein finster Tross

die wollten sich nicht fügen

und trachteten sie zu betrügen

 

 

Der König sprach

“Löst mir erst noch drei Aufgaben

Die ich Euch stelle zum Beweis

Das Ihr mir recht gedient mit Fleiß

Dann zahl ich Euren Lohn sofort

Ihr werdet sehn – ich halte Wort”

 

Die erste Prüfung war ein Lauf

Ein Marathon zu einem See

Der König kennt den Läufer nicht

und der erfühlte seine Pflicht.

Besiegt des Königs schnellsten Mann

und kam als erster siegreich an.

 

Dann schickt man sie in die Wüste

In der der Bläser heftig nieste

Worauf der ganze Sand verschwand

Und brachte eine Stadt zu Tag

Die hier seit Jahr‘n vergraben lag.

Die Leute dankten ihnen sehr

 das war nun wirklich nicht so schwer.

 

Zur letzten Prüfung welch ein Jammer

Schickt sie der König voller Wut

in eine finstre Eisenkammer

und drunter heizt er große Glut.

Und vor der Tür noch voller Hohn

Da lacht er laut „habt Euren Lohn“

 

Das hört der Herr mit großem Hut

Der ihn ein Stück gerade rückt

Worauf die Sonne bald verschwand

Und eisig wird’s im ganzen Land

Nun ward der König gar verrückt

und ohne sich zu freuen so lenkt der König endlich ein

(das wird er bald bereuen).

 

Sprach der Soldat

“Gib einem Mann, von deinem Gold,

So viel als wie er tragen kann.”

Der König dachte noch bei sich

das ist ja wirklich wunderlich.

Ich will mich nicht beklagen

Was kann ein Mann schon tragen

Der Starke kam mit einem Sack  

Der fasst des Königs ganzen Schatz

(und oben war sogar noch Platz)

Und alles packt er in den Sack

nimmt auf die Schultern huckepack

und haut mit seinen Freunden ab.